Lille Holmen Keramik

Im Gespräch mit Lea Albersmeier von lille Hølmen

Eine studierte Agrarwissenschaftlerin eröffnet ein Keramikatelier. Klingt ungewöhnlich? Wohl eher nicht, wenn man die ganze Geschichte hinter der Geschichte gehört hat.

Heute bin ich unterwegs in meiner kleinen Stadt Plön am großen Plöner See inmitten der Holsteinischen Schweiz. Es geht zu der lieben Lea Albersmeier, die sich am 15. Mai 2021 ihren Traum vom eigenen kleinen Laden samt Keramikatelier erfüllt hat. Dort bietet sie wunderschöne handgemachte Unikate an und ganz viele andere Sachen, die unser Zuhause verschönern.

Helles Ambiente, viel Liebe zum Detail, antike Möbel, denen Lea selbst neues Leben eingehaucht hat, eine Drehscheibe und das Lächeln der Besitzerin. All das ergibt ein wunderschönes Gesamtkonzept, das zum Bummeln und Verweilen einlädt.

Ich bin sehr glücklich, dass ich Lea ein paar Fragen stellen und hinter die Kulissen blicken durfte.

Als erstes gibt es eine schnelle 10 Fragen und Antworten – Runde.

Helena  Lieblingsessen?

Lea Albersmeier  Gerade definitiv Wassermelone.

Kochst du gern?

Ja, absolut. Mache es aber viel zu selten.

Was meinst du kochst du denn am besten?

Grüner Spargel aus der Pfanne, Kartoffeln dazu und fertig. Schön simpel und lecker. Im Prinzip alles, was schnell geht.

Dein Lieblingsrestaurant?

Das Pastis in Kiel. Da waren wir sehr oft und ich finde es sehr lecker.

Kaffee oder Tee?

Tee.

Wein oder Longdrink?

Beides.

Süß oder herzhaft?

Tatsächlich sehr gerne beides.

Was wäre das eine Stück, welches du aus dem Laden retten würdest?

Das ist einfach. Das wäre mein Kerzenständer. Denn es ist ein sehr aufwendiges Stück Handwerk. Für mich ist es ein ganz besonderes Unikat, das ich einfach nach Gefühl kreiert habe, auch sozusagen zu meinem Steckenpferd geworden ist. Es ist ein Stück von mir.

Lieblingsplatz?

Der Trammer See.

Nächstes Urlaubsziel?

Auf jeden Fall Schweden.

 

Ok, liebe Lea. Das war doch schon sehr gut. Jetzt geht’s tiefer ins Detail. Hat der Name deines Ateliers -lille Hølmen- eine besondere Bedeutung?

Ja, da habe ich mich von einer kleinen Insel in Schweden inspirieren lassen, die diesen Namen trägt. Ich fand es passte auch sehr gut zu Plön mit den ganzen Seen und den kleinen Inseln. Auch wollte ich damit zeigen, dass mein Atelier eine kleine kreative Insel ist, wo man sich einfach eine Auszeit vom Alltag nehmen kann.

 

Wie bist du aufgewachsen?

Sehr behütet, ländlich, mit Tieren, viel draußen. Vor 28 Jahren sind wir auf das Gut Stockseehof gezogen, wo mein Papa angefangen hatte als Betriebsleiter zu arbeiten. Ich war gerade einmal ein Jahr alt und so war mein Leben umgeben von schöner Natur, dem Hofleben und allem, was dazu gehört.

 

Was wolltest du als Kind einmal werden?

Auch wenn sich das komisch anhört. Aber ich wollte tatsächlich Clown werden.

Wie bist du auf Keramik gekommen?

Das war erst letztes Jahr im Spätsommer. Eigentlich habe ich Agrarwissenschaften studiert. Als ich nach dem Abi überlegt hatte, was ich machen soll, lag es wohl nahe mit meinem Lebenshintergrund. Mein Schwerpunkt war die Umweltwissenschaft.

Doch richtig glücklich wurde ich nicht damit. Ich hatte eigentlich immer davon geträumt mich mit Design zu beschäftigen, ob Interior oder Grafik, habe mich aber nie getraut eine Mappe einzureichen. Also habe ich gekündigt und befand mich auf einem Selbstfindungsweg. In dieser Phase habe ich sehr viel ausprobiert, wie zum Beispiel Aquarell Malerei, Grafikdesign und eben auch Keramik. Im Fokus war immer der Wunsch nach Schaffung eigener Designs, etwas mit eigenen Händen zu kreieren. Und dann stand ich in einem Buchladen in Plön und da war er – der perfekte Laden gegenüber, der auch noch leer stand. Ab da gab es kein Zurück mehr.

 

Hat dich auf diesem Weg jemand oder etwas inspiriert?

Schweden war immer schon mein Bezugspunkt. Ich bin mit Geschichten von Astrid Lindgren aufgewachsen, welche mich immer schon inspiriert haben. Das Leben auf dem Hof, die große Verbundenheit zur Natur. Gerade die Natur inspiriert mich so unglaublich sehr in Sachen Farben. Dabei konzentriere ich mich eher auf gediegenere Farben.

Hast du Vorbilder?

Als ich meine Stelle gekündigt hatte, um mich selbst zu finden, meldete ich mich im Studio Amun in Hamburg an. Dort belegte ich Keramik-Kurse. Miriam, meine Lehrerin, die mich intensiv begleitet hatte, ermutigte mich meinen Träumen freien Lauf zu lassen, es zu versuchen, einfach das Risiko einzugehen Keramik zu meinem Beruf zu machen. Einfach machen, wohlwissend, dass es eine realistische Zukunft für mich sein könnte.

 

Was ist für dich das schwierigste am Keramik-Handwerk?

Nun, für mich persönlich ist es wohl sich von eigenen hohen Ansprüchen zu lösen. Zu verstehen, dass man oft die eigenen speziellen Vorstellungen nicht bedienen kann. Denn nicht alles kommt aus dem Brennofen so heraus wie man es erwartet hatte. Aber deshalb ist es auch gerade das schöne es zu akzeptieren und in allem seinen Schönheitswert zu finden. Man muss den Dingen einfach seinen Lauf lassen und die eigene Versessenheit auf Perfektion überwinden – das musste ich erst erlernen und bin immer noch dabei.

 

Fun Facts über Lea

Immer die Erste und die Letzte auf der Tanzfläche (zumindest vor Corona).

Deko-besessen.

Bis die Instagram Story im Kasten ist, ist das Essen kalt.

Stiftet gerne andere Leute dazu an Unsinn zu machen, damit sie es selbst nicht machen muss.

Draufgänger und Angsthase in einer Person.

Mich wundert es nicht, dass es Leas Kindheitstraum gewesen war Clown zu werden. Denn die Quintessenz in diesem Beruf ist doch anderen Menschen durch sein Tun und Handeln auf eine charmante Art ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Mit ihren wunderschönen Kreationen, ihrem sichtbaren Händchen fürs Design und ihrem warmen und offenen Wesen schafft Lea genau das, wovon sie schon immer geträumt hatte – den Menschen mit ihrer -lille Hølmen- -Insel eine Freude zu bringen.

Schaut vorbei bei Lea, unterstützt die kleinen Lädchen, gerade wenn sie Handgemachtes anbieten. Oder ihr habt gar Lust es selbst auszuprobieren?! Denn Lea bietet in ihrem Atelier auch Kurse an. Sprecht sie gerne darauf an.

lille Holmen lille-holmen.de, Gut Stockseehof stockseehof.de

Studio Amun studioamun.de, Pastis pastis-grill-restaurant.de